Auf der Inselgruppe der Azoren gibt es einige Areale mit Cart-Ruts, die Hans-Dieter Gau, ein Kenner der Inseln, bereits mehrfach erkundet hat.
Mittlerweile ist bekannt, dass auf jeder Insel Cart-Ruts existieren. Und Untersuchungen der Spuren auf Terceira ergaben, dass sie älter als die Besiedelung durch die Portugiesen sind !

Zum Thema gibt es hier ein sehr schönes Video zu sehen :
YOUTUBE : https://www.youtube.com/watch?v=8FSgU5waxxA






Die Fotos stellte freundlicherweise Hans-Dieter Gau zur Verfügung.
Vielen Dank !

Früher wurden Wagen von Tieren (Pferde, Esel, Maultiere, Ochsen) gezogen. Diese produzieren Kot und Urin, der auf der Strasse bleibt und dort biologisch abgebaut wird. Dabei entstehen verschiedene Säuren, die das CaCO3 im Gestein langsam auflösen.
Die Räder massieren diese Säure ins Gestein, und reiben es gleichzeitig mechanisch ab. Ausserdem entsteht durch die Reibung Wärme, welche den chemischen Prozess beschleunigt. Dabei entstehen mit der Zeit Rillen.
Schon bei kleinen Vertiefungen fallen die Räder statistisch in diese Rillen und vertiefen diese weiter. Auch die in Wasser gelöste Säure fliesst in diese Rillen. Vertiefungen sind also mehr Säure ausgesetzt, und der Prozess damit selbstverstärkend.
Der Prozess ist aber äusserst langsam, vielleicht im Bereich von 2 – 10 um pro Pferd, Kilometer und Jahr. D. h. auf einer Strasse mit einer durchschnittlichen Verkehrsdichte von 1 Pferd pro Kilometer würden sich die Rillen nur um 2 – 10 Mikrometer pro Jahr vertiefen. Über Jahrhunderte führt dies aber zu einem Abtrag im Bereich von Zentimetern – zumindest auf viel befahrenen Strassen.
Die Strassen wurden damals wohl aktiv unterhalten. Wo die Rillen zu tief waren wurden sie aufgefüllt. Darin befand sich dann ein Mix aus Sand, Land, Kot und Urin in verschiedenen Phasen des biologischen Abbaus, leicht feucht und sauer. Bei jeder Fahrt wurde dieser Mix durchgeknetet und gegen das Gestein gerieben.