Um was geht es?

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Das Eingangsbild zeigt eine kurze, aber schöne Spur am nördlichen Ortsrand von Kingman in Arizona/USA.
Auf der linken Seite befinden sich merkwürdige rundliche Vertiefungen im Vulkantuff und auf der rechten Seite senkrechte parallele Einschnitte.
Trampelspuren der immer wieder postulierten Zugtiere sind wie immer nicht zu sehen.
Mittlerweile liegen so viele Daten vor, dass wir belegen können, dass die Details der Spuren und die vielen weiteren Abdrücke im Umfeld weltweit die gleichen Eigenschaften aufweisen.
Was das bedeutet, liegt auf der Hand.
Das Bild entstand im September 2025.

Eine Annäherung an ein archäologisches Mysterium

Bevor meine Zeilen zum Thema beginnen, möchte ich noch folgende
Neuigkeit voranstellen : In Zusammenarbeit mit dem V.F. Sammler-Verlag
bot mir der Stocker-Verlag in Graz an, meine Annäherung an die Thematik der Cart-Ruts sowie die Reisen und Erfahrungen zu den Spuren in einem großformatigen und durchgehend farbig bebilderten Buch präsentieren zu können.

Erhältlich in jeder Buchhandlung.

ISBN   978-3-85365-318-0

30,1 x 22,1 x 2,3 cm,   30,00 €

Ich hoffe, ihr Interesse geweckt zu haben !

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einleitung

Bis auf die Antarktis (so mir momentan bekannt) finden sich auf allen Kontinenten in verschieden Gesteinen parallele Rinnen, die auf den ersten Blick an scheinbar versteinerte Fahrzeugspuren erinnern und die gleichen Merkmale aufweisen.

Bild 1    Spuren bei Kayıhan in Westanatolien/Türkei

Nach dem jetzigen Kenntnisstand handelt es sich sehr wahrscheinlich nicht um natürliche geologische Strukturen, sondern um künstlich entstandene Formationen, deren Entstehung, Zweck und Verursacher bislang ungeklärt sind.

Für dieses real existierende Mysterium finden sich verschiedene Bezeichnungen: Der geläufigste Begriff hierfür lautet Cart-Ruts, es finden sich aber auch Begriffe wie Felsengeleise, Schleifspuren, Geleisspuren oder Karrenspuren. In den letzten Jahren hat sich jedoch der Begriff Cart-Ruts durchgesetzt, der durch große Areale mit diesen Spuren auf den maltesischen Inseln bekannt geworden ist.

Es geht hier nicht um ein gewöhnliches und vielleicht sogar leicht erklärbares Rätsel, denn die Eigenschaften dieser Spuren und die oft bizarren Details, die sich im Umfeld finden, widersetzen sich hartnäckig einer logischen und sinnvollen Erklärung. Je nach Region und Land existieren verschiedene und sich widersprechende Erklärungsversuche.
Natürlich bin ich mir der Kontroverse bewusst, die diese Thematik aufwirft, denn wie kann es sein, dass 57 Jahre nach der ersten bemannten Mondlandung hier auf unserem Planeten und zu unseren Füßen ein archäologisches Rätsel existiert, zu dem es immer noch keine zufriedenstellenden Antworten gibt!

Meiner Meinung nach gibt es dafür drei Gründe: Zum einen wirken die Spuren sehr bescheiden und unscheinbar, oft sind sie stark erodiert und kaum noch sichtbar. Verglichen mit spektakulären Bauten der Vergangenheit, wie z.B. den weltweit vorkommenden Pyramiden, werden sie kaum wahrgenommen. Und sieht man sie, kommt wie selbstverständlich der Gedanke auf, dass hier in der Vergangenheit Fuhrwerke Spuren hinterlassen haben. Die Tatsache, dass zum Beispiel nicht einmal ansatzweise Spuren von Zugtieren zu sehen sind, wird kaum noch wahrgenommen. Und es existieren viele weitere, unerklärliche Details im Umfeld dieser Spuren.
Und drittens: Menschen, die noch nie eine dieser Spuren gesehen oder von diesem Mysterium gehört haben, werden, wenn sie mit der Existenz scheinbar versteinerter Fahrzeugspuren konfrontiert werden, es nicht wirklich glauben können und vermutlich an einen Aprilscherz denken.
Erst wenn wir uns intensiver mit den Spuren beschäftigen, fällt auf, dass es sich um ein extrem skurriles Mysterium der Vergangenheit handelt.

Vorkommen

Nach aktuellem Stand finden sich Cart-Ruts in folgenden Regionen: Osterinsel (Chile), Brasilien, Mexiko, USA, Azoren, Portugal, Schottland, Frankreich, Spanien (einschließlich Mallorca und Menorca), Algerien, Libyen, Südafrika, Italien mit Sardinien und Sizilien, Deutschland, Österreich, Schweiz, Kroatien und Zypern.

Besonders große Vorkommen wurden in West-, Zentral- und Ostanatolien (Türkei) entdeckt. Weitere Beispiele existieren auf der Krim, in Aserbaidschan, Indien, China, Japan und Australien. Die vermutlich bekanntesten Fundorte befinden sich jedoch auf den maltesischen Inseln Malta und Gozo.

Merkmale der Cart-Ruts

Das Erscheinungsbild der Cart-Ruts sind parallele Furchen in verschiedenen Gesteinen, die so den Eindruck erwecken, es handle sich um Fahrspuren uns unbekannter Fahrzeuge.
In der Archäologie geht man größtenteils davon aus, dass es sich um von Tieren gezogene Karren handelt. Die Spuren finden sich nach dem jetzigen Kenntnisstand in Kalkstein, vulkanischen Tuffablagerungen, in Sandstein und Granit.

Was das Erscheinungsbild der Spuren betrifft, so ist auffällig, dass es vorwiegend zwei verschiedene Formen gibt: Wir finden V-förmige Einschnitte mit wenigen cm breiten Spuren (Bild 2), die an der Basis eben oder gerundet sein können. Der zweite Typ hat eine deutlich breitere und ebene Spurbasis zwischen nahezu senkrechten Seitenwänden. Diese Variante findet sich häufiger in südlicheren Regionen als die erste Variante, die z.B. nördlich der Alpen oder im Alpenraum zu sehen ist.
Auf Malta finden sich beide Varianten in großer Zahl, während in Westanatolien, Kappadokien und Ostanatolien (Türkei) nur die Spuren mit breiter Basis zu finden sind (Bild 1). Lediglich in Westanatolien konnte ich ein sehr kurzes und stark erodiertes Spurfragment mit einer schmaleren und rundlichen Spurbasis dokumentieren.

Keine tonnenschweren Steinblöcke wurden bearbeitet und bewegt, keine unterirdischen Gewölbe angelegt, nein, ganz leise, aber nicht weniger beeindruckend, zeigen sie sich dem interessierten Besucher.

Bild 2    V-förmige Spuren im Kalkstein auf dem Areal von Su Crucifissu Mannu auf Sardinien/Italien

Neben Spuren, die auf ebenen Felsflächen eingelassen sind (Bild 3), finden sich auch Spuren, die sich insgesamt, also auch mit dem Raum zwischen den beiden Rillen, mehr oder weniger tief im Gestein befinden (Bild 4). Dies erweckt den Eindruck, dass es kein Problem war, härtestes Felsgestein zu bearbeiten und erinnert somit an die weltweit zu findenden Steinbearbeitungen, deren Erschaffung, meiner Meinung nach, auch ein immer noch ungelöstes Rätsel ist.

Bild 3    Eine von endlos vielen Spuren bei Mazara del Vallo/Sizilien/Italien
Bild 4    Eine tiefliegende Spur bei Elche/Les Salades/Spanien

Ein bemerkenswerter Fund auf dem Grund solch einer Vertiefung zwischen beiden Spurrillen sind unzerstörte, versteinerte Muscheln im Kalkstein (Bild 5). Wie kann es sein, dass diese Muscheln nach dem vermutlich brachialen Eingriff in das Gestein vollkommen unzerstört und sogar sehr gut erhalten sind?

Bild 5    Unzerstörte versteinerte Muscheln in einer Spur in Nardò/Apulien/Italien

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Im Umfeld dieser tief liegenden Spuren finden sich hin und wieder terrassenförmige Bearbeitungen im Gestein, die den Eindruck erwecken, als hätte es verschiedene Phasen der Entstehung gegeben. Zu sehen in den USA, in Deutschland, Frankreich, der Türkei und in Spanien (Bild 6 und 7).

Bild 6    Spuren in Langenstein/Deutschland
Bild 7    Eine von vielen Spuren in Kayseri/Türkei

Des Weiteren existieren auch noch tiefere, bis zu ca. 3 m tiefe Einschnitte im Fels, auf deren Basis die Cart-Ruts laufen. Der Grund dafür ist unverständlich; man hätte immer der Felsbarriere ausweichen können oder bei anderen Orten auf der Oberfläche des Felsens seinen Weg fortsetzen können. Wie immer finden sich an den Seitenwänden dieser Einschnitte deutliche Schleif- und Kratzspuren (Bild 8 und 9).
Dokumentiert in Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, Österreich, in der Schweiz, in den USA, in Westanatolien, Kappadokien (Türkei) und in Japan.

Bild 8    Schleifspuren am Aufweg zum Castellar de Meca/Spanien
Bild 9    Schleifspuren in einem Einschnitt in Massafra/Apulien/Italien

Die Spur in Spanien z.B. befindet sich auf dem Kalksteinplateau Castellar de Meca und verläuft auf einer Länge von ca. 200 m zwei bis drei Meter tief durch den Kalkstein.
Es stellt sich generell die Frage, wie die Einschnitte im Kalkstein, Sandstein und im Vulkantuff entstanden sind, denn Meißelspuren sind extrem selten zu finden.

Weltweit finden sich einige Spuren, deren linke und rechte Spurbasis sich aufgrund der Geländeform in verschiedenen Höhen befinden, dies aber bei horizontaler Basis der Spuren. Wie konnte dies fahrzeugtechnisch funktionieren? Diese Beobachtungen lassen sich mit herkömmlichen Fahrzeugmodellen nur schwer erklären.
Dokumentiert in den USA, auf Malta und in der Türkei (Bild 10 und 11).

Bild 10   Eine Spur bei Del Norte/Colorado/USA
Bild 11    Eine von vielen Spuren bei Kayıhan/Westanatolien/Türkei

In Sigean bei Narbonne/Frankreich (Bild 12) findet sich auf einer wunderbar erhaltenen Spur ein kurioses Detail: Mit Blick in Richtung Nordwesten verschwindet die linke Spur für ca. 3 m, so als wäre das Gefährt nur auf der rechten Seite weitergefahren. Bis auf einen kleinen Abdruck von ca. 20 cm Länge ist nur noch die schöne glatte Oberfläche des Kalksteines zu sehen, sonst gibt es keine Andeutung einer Spur, lediglich scheint die Fläche etwas abgeschliffen zu sein.

Kürzere Unterbrechungen der Spuren sind auch aus der Türkei und den USA bekannt.
Eine weitere Merkwürdigkeit sind Änderungen der Spurbreite, die hin und wieder zu beobachten sind.

Bild 12    Die linke Spur verschwindet, Sigean/Frankreich

Weitere Besonderheiten im Umfeld der Spuren

Nicht selten finden sich mittig der Cart-Ruts und/oder im unmittelbaren Umfeld Bearbeitungen im Fels, deren Deutung momentan ebenfalls nicht möglich ist.
Ich habe viele Cart-Ruts dokumentiert, bei denen sich mittig ein breiter Abrieb findet, der an Schleifspuren erinnert, so z.B. auf Malta, in Frankreich, Spanien, Italien, in Aserbaidschan und in der Türkei.
Der Gedanke, dass es sich hierbei um Vertiefungen handelt, die allmählich durch Zugtiere geschaffen wurden, ist nicht schlüssig, da auch chaotisch verlaufende Mittelspuren zu finden sind.

Bild 13    Chaotisch verlaufende mittige Spuren bei Paolini/Sizilien/Italien

Eine weitere Merkwürdigkeit sind stempelähnliche Vertiefungen innerhalb und außerhalb der Spur, momentan bekannt aus Sizilien, Malta, den USA und Kappadokien/Türkei.
In Westanatolien und in den USA existieren viele Cart-Ruts, bei denen Kratzspuren innerhalb der Spur zu sehen sind, aber auch wie bereits erwähnt, links und rechts bei Passagen durch Felshindernisse (Bild 14 und 15).
Seltener finden sich ebenfalls jeglicher Erklärung widersetzende Einzelspuren, die ich erstmalig in Phrygien/Westanatolien (Türkei) gesehen habe. Mittlerweile sind mir diese Spuren auch aus Spanien, Zentralanatolien (Türkei) und den USA bekannt. Ich denke, die Möglichkeit, dass dies Wasserkanäle gewesen sind, können wir ausschließen, da die Höhenprofile Wassertransport nicht zulassen.

Bild 14    Mittige Kratzspuren in Phrygien/Westanatolien/Türkei
Bild 15    Seitliche Kratzspuren in Phrygien/Westanatolien/Türkei

Und es finden sich hin und wieder innerhalb dieser Einzelspuren treppenartige Strukturen, bekannt aus Spanien, Sardinien und Kappadokien (Türkei) (Bild 16).

Bild 16    „Treppchen“ in Kappadokien/Türkei

Nicht selten können wir rechtwinklig zur Spur befindliche Einkerbungen finden, die, um es irgendwie zu beschreiben, an Hinterlassenschaften von Kettenfahrzeugen erinnern.
Dokumentiert in den USA, in Spanien, Sizilien und Sardinien (Italien), Malta, Westanatolien, Kappadokien (Türkei), auf der Krim und in China (Bild 17).

Bild 17    An Ketten erinnernde Abdrücke auf Sizilien/ItalienMeca/Spanien

In Spanien und in Kappadokien/Türkei sind Cart-Ruts zu beobachten, die aufgrund der enormen Erosionsunterschiede aus deutlich verschiedenen Zeiten stammen müssen. Offensichtliche ältere Spuren werden radikal von den jüngeren Spuren abgeschnitten (Bild 18).

Bild 18    Vermutliche unterschiedliche Entstehungszeiten der Spuren auf dem Castellar de Meca/Spanien

Von allen Ländern, in denen Cart-Ruts vorkommen, spielt die Türkei eine besondere und bemerkenswerte Rolle. Hier gibt es in West-, Zentral- und Ostanatolien in vulkanischen Tuffgesteinen neben mehr oder weniger vielen Spuren auch riesige Areale mit endlos vielen Spuren, die sich in einer Breite von bis zu 330 m und mit Unterbrechungen weit über mehr als 20 km weit verfolgen lassen.
Neben Arealen mit chaotischen Spurverläufen existieren aber auch Areale, in denen die Spuren wie nach einer Choreographie kunstvoll angelegt sind.
Wenn man diese Spuren aus der Vogelperspektive sieht, kann durchaus der Eindruck entstehen, dass sie nach dem Algorithmus einer fantasiebegabten künstlichen Intelligenz entstanden sind und nichts mit der Realität zu tun haben.

Bild 19    Ein riesiges Areal bei Başköy, Kappadokien/Türkei
Bild 20    An ein Kunstwerk erinnernd: Ein Areal bei Gesi Güzelköy/Kayseri/Türkei

Auch in Apulien/Süditalien existieren im Kalkstein riesige, fussballfeldgroße Areale mit unzähligen Spuren, die aber durchweg chaotische Verläufe haben und deutlich stärker erodiert sind als die Spuren in Anatolien.

Bild 21    Chaotische Spurenverläufe bei Grottaglie/Apulien/Italien

Erste Gedanken zu den Eigenschaften

Die Frage, die sich für mich zuerst stellt, ist die, durch welche Prozesse die Spuren in den verschiedenen Gesteinen entstanden sind. Nach vielen hunderten gesichteten Cart-Ruts ist mir keine Spur aufgefallen, die den Eindruck erweckte, als wäre sie vorsätzlich mit Werkzeugen aus dem Felsen geschlagen worden. Von durch Erosion geschädigten Spuren einmal abgesehen, ziehen sich die Spuren geschmeidig und elegant durch den Fels.

Und es ist sicherlich sehr unwahrscheinlich, dass durch fortwährendes Fahren auf immer der gleichen Route, und dies zentimetergenau, diese tiefen Furchen geschaffen worden sind. Zu dieser Thematik führten Schweizer Forscher ein Abrasionsexperiment durch, bei dem festgestellt wurde, dass bei einem Auflagegewicht von 100 kg und nach 10.000 Passagen das Gestein gerade einmal einen Abrieb von 1 – 2 mm aufwies. Und die postulierten Fahrzeuge waren sicherlich nicht mit angezogener Bremse unterwegs.
Momentan ist keine schlüssige und sinnvolle Erklärung in Sicht
(Bild 22 und 23).

Bild 22    Eine Spur auf dem Castellar de Meca/Spanien
Bild 23    Eine Spur bei Del Norte/Colorado/USA

Des Weiteren haben wir das Problem, dass keinerlei Spuren der oft postulierten Zugtiere zu sehen sind. Seit mittlerweile elf Jahren bin ich zum Thema unterwegs und habe noch nie eine Spur gesehen, in der Anzeichen dafür zu sehen waren, nicht einmal ansatzweise.
Stattdessen finden sich nicht selten wie beschrieben Schleif- und Kratzspuren in der Mitte der Spuren.

Ein weiteres, nicht selten zu beobachtendes Detail sind Absätze neben den Spuren, die den Eindruck erwecken, als hätte es verschiedene Phasen ihrer Entstehung bzw. Nutzung gegeben. Dokumentiert in den USA, Spanien, Frankreich, in Italien, Deutschland, Malta, auf der Krim und in der Türkei
(Bild 24 und 25).

Bild 24    Eine Spur bei Superior/Arizona/USA
Bild 25    Eine von vielen Spuren westlich von Gökçe/Zentralanatolien/Türkei

Die Cart-Ruts in Europa und Kleinasien werden häufig als ehemalige römische Handelsrouten beschrieben, so z.B. als Teil der Via Domitia. Es stellt sich aber die Frage, warum dann im Laufe der Zeit aus den postulierten Handelsrouten keine größeren Verkehrswege wurden. Außerdem weisen diese Cart-Ruts verschiedene Spurbreiten auf.
Ein weiteres Problem ist, dass besonders bei großen Arealen mit vielen Spuren keinerlei Sinn in der Streckenführung festzustellen ist. Die Verläufe erinnern an Sandkastenspiele im Kindergarten oder an Spurenchaos wie auf Truppenübungsplätzen (Bild 26).
Dokumentiert auf Malta, Sizilien und Sardinien (Italien), in Frankreich und in der Türkei.

Bild 26    Spurenchaos auf dem Areal von Clapham Junction/ Misraħ Għar il-Kbir/Malta

Ein weiterer kritischer Aspekt dieser Thematik sind meiner Meinung nach die Anzeichen gewaltiger Erosion, die bei vielen Spuren zu sehen sind. So verschwindet auf Malta, mehr als 100 m über dem Meer, eine Spur von einer Klippe im Nebel der Vergangenheit (Bild 27). Ältere Einheimische berichten, dass es auf der kleinen Felseninsel Filfla, ca. 5 km vor der Küste von Malta, Cart-Ruts gegeben hat, die mittlerweile allerdings im Zuge von Militärübungen zerbombt worden sind.

In Spanien und Frankreich sind ebenfalls Spuren zu beobachten, die an Klippenrändern im Nichts verschwinden.
Generell kann gesagt werden, dass das Erscheinungsbild der Spuren sehr wahrscheinlich in eine Zeit zurückweist, die weit vor der unserer Zivilisation liegt.
Die Morphologie dieser Spuren macht es uns momentan unmöglich, Aussagen
zur Art der Entstehung und zu einem möglichen Alter zu machen, da bis heute keine  konkreten geologischen Untersuchungen erfolgt sind.

Stand der Forschung

In unserer Zeit ist es relativ leicht, an Informationen zu gelangen. Das Internet ist eine enorme Hilfe und ohne diesem würden wir nach heutigen Maßstäben kaum noch etwas erreichen. So habe ich im Laufe der Zeit z. B. viele Informationen Uwe Topper zu verdanken, der bereits vor Jahrzehnten zu diesem Thema im mediterranen Raum unterwegs war und Fakten gesammelt hat.

Bild 27    Diese Spur verschwindet oberhalb der Gnejna-Bay/Malta im Nichts

Er berichtete, dass die Spuren bereits 1794 in der spanischen Literatur bekannt waren. Und es gibt den Ausspruch von José Sabater, der 1877 sagte: „Diese Gleise werden noch lange der Schrecken der Archäologen sein.“
Und zur beeindruckenden Stätte von Castellar de Meca ließ Zuazo y Palacios einen Aufruf an alle Wissenschaftler und Archäologen ergehen: „Wir halten diese iberischen Ruinen für die wichtigsten von Spanien!“
Aber warum nun sollten die Cart-Ruts der Schrecken der Archäologen sein?
Ich denke, ein Angst erzeugender Grund ist der, dass sich die Spuren einfach nicht einordnen lassen! Es existieren einfach zu viele skurrile und absolut sinnbefreite Eigenschaften, die das logische Denken strapazieren und zu keinem Ergebnis führen.
Aber natürlich hat sich trotzdem die Archäologie mit dieser Thematik beschäftigt, wenn auch leider nicht in dem Umfang, den diese Thematik verdient.
Von Phillipp Ballif ist 1893 ein Buch mit dem Titel „Römische Strassen in Bosnien und der Hercegovina“ erschienen. Der Autor war in der Region unterwegs und erkundete einige Römerstraßen, in deren Umfeld er auch einige Spurrillen mit den typischen Eigenschaften der Cart-Ruts beschreibt und diese den Römern zuschreibt. Im Buch sind extrem erodierte Spurrillen zu sehen. Geologische Betrachtungen und Untersuchungen in Punkto Erosion sind nicht erfolgt.
(Römische Strassen in Bosnien und der Hercigovina, Philipp Ballif, Wien, 1893)

Auf Malta beschäftigte sich in den 1950iger Jahren der britische Archäologe John Evans mit den Spuren und führte Experimente mit Zugtieren durch, die beladene Baumstämme schleifenderweise durch das Gelände zogen. Laut David H. Trump, ebenfalls ein britischer Archäologe, der sich mit dem Rätsel der Cart-Ruts beschäftigte, war diese Aktion nicht erfolgreich. Oder eben doch, denn sie zeigte, dass es alles andere als leicht ist, solche Spuren in den harten Kalkstein einzubringen. Offensichtlich besaß er auch einen feinen Humor und erklärte die fehlenden Trampelspuren vermeintlicher Zugtiere durch vor die Karren gespannte fliegende Gänse. Von ihm gibt es übrigens ein wunderbares, wenn auch kleines, Buch mit vielen Fotos und Informationen zum Thema Cart-Ruts auf Malta.
In diesem schreibt er, dass bereits Abela (1649), Houel (1787) und Boisgelin (1805) die Spuren erforschten. Und er schreibt auch: „Definitive Lösungen scheinen so weit weg wie eh und je.“
(Cart-Ruts and their impact on the Maltese landscape, David H. Trump, Malta, 2008)

In den Jahren zwischen 2000 und 2005 gab es ein durch das CULTURE 2000 Programm der EU gefördertes Projekt zur Erforschung der Cart-Ruts, an dem Universitäten aus Malta, Spanien und Italien beteiligt waren. Das Buch erschien im Jahr 2005 unter dem Titel „The Significance Of Cart-Ruts In Ancient Landscapes“ (Die Bedeutung von Karrenspuren in antiken Landschaften). Im Rahmen dieses Projektes wurden Spuren auf Malta untersucht und zwei Areale in Spanien beschrieben.

In einer archäologischen Arbeit, bei der es größtenteils um die Nekropolen von Su Crucifissu Mannu auf Sardinien geht, gibt es zu den dortigen Cart-Ruts, die in ihrem Ausmaß schon an einen Rangierbahnhof erinnern, folgende Aussage: „Es handelt sich wahrscheinlich um Transportspuren, die eventuell durch rudimentäre „Fuhrwerke“ entstanden sind, mit denen in römischer Zeit das in der Nähe der Stadt Turris Libisonis gewonnene Baumaterial befördert worden ist.“
Bemerkennswerterweise werden aber viele Cart-Ruts durch
offensichtlich später angelegte Nekropolen unterbrochen, die in der selben Arbeit der Ozieri-Kultur zugeschrieben werden, datiert auf ein Alter von 3.500 – 3.200 Jahren v. Chr.!
(Hypogäum V Von Montalé/Sassari, Nekropolen von Su Crucifissu Mannu/Porto Torres, Giovanni M. Demartis, BetaGamma editor, 1999).

Bild 28    Durch Nekropolen unterbrochene Spuren auf dem Areal von Su Crucifissu Mannu/Sardinien/Italien

Am DAI Istanbul geht man davon aus, dass die Spuren durch von Ochsen gezogenen Karren entstanden sind, während mir eine nicht unbekannte türkische Archäologin sehr nachdrücklich versicherte, das dies die Spuren von Steinbrucharbeiten wären.

In den USA werden die Cart-Ruts als Spuren der Siedler beschrieben, die sie auf ihrem Weg in den Westen durch die endlos vielen Fuhrwerke hinterlassen haben.

In einer E-Mail eines Geologen vertrat dieser die Meinung, es könnte sich um natürliche geologische Erscheinungen handeln, wie sie mitunter in Karstgebieten zu finden sind.
Wirklich befriedigende Forschungsergebnisse liegen also nicht vor und dies bedeutet, dass es auf der Karte der Vergangenheit noch große weiße Flecken gibt.

Vor diesem Hintergrund erscheint eine intensivere interdisziplinäre Untersuchung dieses Phänomens sinnvoll.

Schlussfolgerungen

Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass es sich bei den Cart-Ruts aufgrund der Morphologie um Spuren von Fahrzeugen handelt. Der Gedanke liegt sehr nahe, aber meiner Meinung nach gibt es dafür noch keinen eindeutigen Beweis. Was aber sollten diese Spuren sonst sein? Diese Frage lässt sich leider genauso wenig beantworten, wie alle anderen Fragen, die zum Thema bereits gestellt worden sind.
Aufgrund der vielen skurrilen Details, die keinerlei erkennbaren Sinn ergeben und der Spuren, in denen kein Fahrzeug fahren kann, halte ich es mittlerweile für möglich, dass es sich nicht um Fahrzeugspuren handelt, sondern um etwas für uns vollkommen Undenkbares.

Ein meiner Meinung nach weiterer, sehr wichtiger Grund um intensive Forschungen aufzunehmen, ist der, dass es auffällige Gemeinsamkeiten der Spuren auf allen Kontinenten gibt. Wären es nur banale Zeugnisse einfacher Nutzung von Fuhrwerken, sollte es nicht die auffälligen bizarren weltweiten Begleitmerkmale im Umfeld der Spuren geben. Und es sollten in diesem Fall die Cart-Ruts überall zu finden sein, denn Fuhrwerke waren weit verbreitet und tausende von Jahren lang in Gebrauch.
Dies alles bedeutet, dass es sich ein vollkommen unverstandenes Mysterium der Vergangenheit handelt.

Was zukünftige Forschungen betrifft, bin ich der Meinung, dass an erster Stelle geologische und geomorphologische Untersuchungen erfolgen müssen. Ebenfalls sind Fachleute gefragt, die sich in Punkto Steinbearbeitung auskennen. Es ist wichtig zu wissen, wie die verschiedenen Gesteine auf äußere Einwirkungen reagieren.
Des Weiteren sollten die Spuren Fachleuten aus der Fahrzeugbranche vorgestellt werden, da genügend Spuren existieren, die mit uns bekannten Fahrzeugen nicht zu befahren sind.

Ich denke, dass dieses Thema mehr als ein Nischendasein verdient hat, denn es geht um gänzlich unbekanntes Terrain auf der Karte der Geschichtsschreibung und ich bin der sogar Meinung, dass diese Spuren einen Platz im UNESCO-Welterbe verdient haben!
Leider müssen wir schon erleben, dass Spuren durch Baumaßnahmen zerstört werden oder z.B. unter Bauschutt und Restbeton verschwinden.

Mir als Privatperson ist es nicht möglich, geologische und archäologische Forschungen zu organisieren und zu finanzieren. Immerhin: Mir bleibt das Sammeln von genauen Informationen über die Cart-Ruts, um zu zeigen, dass die Eigenschaften der weltweit vorkommenden Spuren übereinstimmen und dass es sich damit um ein vollkommen unbekanntes Kapitel einer vermutlich ferneren Vergangenheit handelt.
Ich denke, für ein wirkliches Verständnis der Vergangenheit sollten zu dieser Thematik intensive Forschungen aufgenommen werden!

Bild 29    Die weltweit größten Areale finden sich in Kappadokien/Türkei
Bild 30    Ein großes Areal mit stark erodierten Spuren östlich von Kayseri/Türkei
Bild 31    Schöne Spuren bei Güllüce/Zentralanatolien/Türkei

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Neuigkeiten / Reisen

Neuigkeiten

Am 10. Januar 2026 ist Erich von Däniken von uns gegangen…
Es hat mich sehr getroffen, er war ein Freigeist und wir haben ihm sehr viel zu verdanken!
Und ohne ihn wüßte ich nichts von unseren merkwürdigen Spuren!
Wir werden ihn vermissen!

Nach vielen Reisen und einer Menge an gesammelten Daten hat sich meine Vermutung bestätigt: Die Eigenschaften der Cart-Ruts und die Details der Begleiterscheinungen sind weltweit die gleichen!
Was das bedeutet, liegt auf der Hand! Wer oder was auch immer die Spuren hinterlassen hat, war auf dem gesamten Planeten unterwegs! Und dies, so wie es uns die Erosion der Spuren erzählt, vor sehr langer Zeit.
Ich bin kein Geologe, aber ich tippe auf Jahre im deutlichen 5- stelligen Bereich. Mindestens.

Von allen Ländern, in denen Cart-Ruts vorkommen, spielt die Türkei eine besondere und bemerkenswerte Rolle. Hier gibt es in West-, Zentral- und Ostanatolien in vulkanischen Tuffgesteinen neben mehr oder weniger vielen Spuren auch riesige Areale mit endlos vielen Spuren, die sich in einer Breite von bis zu 330 m und mit Unterbrechungen weit über mehr als 20 km weit verfolgen lassen.
Neben Arealen mit chaotischen Spurverläufen existieren aber auch Areale, in denen die Spuren wie nach einer Choreographie kunstvoll angelegt sind.
Wenn man diese Spuren aus der Vogelperspektive sieht, kann durchaus der Eindruck entstehen, dass sie nach dem Algorithmus einer fantasiebegabten künstlichen Intelligenz entstanden sind und nichts mit der Realität zu tun haben.

Reisen

Am 12. August ist in Spanien eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten !
Anschließend fahre ich um die iberische Halbinsel bis nach Südfrankreich und von dort, ca. Ende September, geht es dann wieder nach Hause.
Wer möchte mitkommen ?

Und im Oktober wollen wir noch einmal nach Westanatolien.
Geplant ist Entspannung am Mittelmeer, anschließende Fahrt über die anatolischen Seenplatte und Afyon nach Gazlıgöl, wo wir in einem Hotel mit Thermalbad Station machen werden.
Von dort unternehmen wir dann Tagesausflüge zu den Cart-Ruts der Umgebung, aber auch nach Midasstadt und Metropolis.
Wer möchte mitkommen ?